Discussion:
Anne Will heute
(zu alt für eine Antwort)
Lieselore Warmeling
2013-11-20 16:22:27 UTC
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Diesmal gehts darum ob man glücklich sterben kann und ich schließe daraus,
dass es dann unweigerlich auch um aktive Sterbehilfe gehen wird.

Etwas das Dieter Hildebrandt ja lieber mit 86 noch durch *kämpfen bis zum
Letzten* ersetzen wollte, ungeachtet der Tatsache, dass er sich das lieber
hätte leichter machen können, vielleicht wäre es ihm dann sogar gelungen
Anfang Dezember noch seinen letzten Auftritt wie geplant durchzustehen.

Mal sehen, welche Talkrunde Anne Will zu diesem Thema zusammen bringen
konnte.

Meine Meinung dazu ist ja bekannt.
Ich befürworte die aktive Sterbehilfe unter bestimmten Bedingungen und bin
eigentlich sicher, dass sie kommen wird


Lies
Gerhard Tenner
2013-11-20 17:23:17 UTC
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Post by Lieselore Warmeling
Diesmal gehts darum ob man glücklich sterben kann und ich schließe
daraus, dass es dann unweigerlich auch um aktive Sterbehilfe gehen wird.
Nicht um den Heldentod fürs Vaterland? Den ins Paradies eingehenden
Selbstmordattentäter oder diverse andere Formen von Märtyrern? Nicht um
auf das so viel bessere Leben nach dem Tod vertrauende?

Man sollte sich schon mal lieber erinnern was mal alles schon unter
glücklich Sterben verstanden wurde statt sich an der Obsession zu
beteiligen die derzeit zu Sterbehilfe läuft. Ich habe keinerlei Problem
damit wenn wer sich entschließt aus dem Leben zu scheiden - nur der kann
es am ehesten beurteilen und dennoch irren in dem Urteil zu Wert seines
weiter Lebens.
Aber diese Themenwoche Glück geht mir auf den Senkel. Das das nun auch
zum Sterben bequasselt werden soll - nee danke. Aber womöglich schiebt
ja doch ein kluger Kopf ersatzweise ne Hildebrand-Würdigung ein. Wenn
auch unwahrscheinlich.

Es ist kein Glück selbstbestimmt zu sterben, es ist Verzweiflung vor
dem, was alternativ geschieht. Und es kann als natürlich und unabwendbar
angenommen werden, selber zu sterben - aber gewiss nicht als Glück.
Glück ist nicht Ende von Schmerz oder unerträglichem Leben.
--
Gruss Gerhard

Origin: Lohnarbeit muß sich hierzulande lohnen für den, der zahlt.
Nicht Arbeit muß sich da lohnen, sondern arbeiten lassen.
Theodor.Hellwald
2013-11-21 15:13:26 UTC
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Post by Gerhard Tenner
Post by Lieselore Warmeling
Diesmal gehts darum ob man glücklich sterben kann und ich schließe
daraus, dass es dann unweigerlich auch um aktive Sterbehilfe gehen wird.
Nicht um den Heldentod fürs Vaterland? Den ins Paradies eingehenden
Selbstmordattentäter oder diverse andere Formen von Märtyrern? Nicht um
auf das so viel bessere Leben nach dem Tod vertrauende?
Man sollte sich schon mal lieber erinnern was mal alles schon unter
glücklich Sterben verstanden wurde statt sich an der Obsession zu
beteiligen die derzeit zu Sterbehilfe läuft. Ich habe keinerlei Problem
damit wenn wer sich entschließt aus dem Leben zu scheiden - nur der kann
es am ehesten beurteilen und dennoch irren in dem Urteil zu Wert seines
weiter Lebens.
Aber diese Themenwoche Glück geht mir auf den Senkel. Das das nun auch
zum Sterben bequasselt werden soll - nee danke. Aber womöglich schiebt
ja doch ein kluger Kopf ersatzweise ne Hildebrand-Würdigung ein. Wenn
auch unwahrscheinlich.
Es ist kein Glück selbstbestimmt zu sterben, es ist Verzweiflung vor
dem, was alternativ geschieht. Und es kann als natürlich und unabwendbar
angenommen werden, selber zu sterben - aber gewiss nicht als Glück.
Glück ist nicht Ende von Schmerz oder unerträglichem Leben.
Gerhard, die Toten sind zu beneiden, sie haben es hinter sich....^^

Aus der Grabinschrift eines Ritters/rauhen Reiters (Sarg in Nord-Süd
Richtung, sein Kopf zwischen den Füssen): "Fürchte die Toten und töte
die Lebenden!" MfG theo
Peter Eggebrecht
2013-11-21 18:03:00 UTC
Permalink
Theodor.Hellwald (Theodor.Hellwald) schrieb:

[...]
Post by Theodor.Hellwald
Post by Gerhard Tenner
Es ist kein Glück selbstbestimmt zu sterben, es ist Verzweiflung vor
dem, was alternativ geschieht. Und es kann als natürlich und
unabwendbar angenommen werden, selber zu sterben - aber gewiss nicht
als Glück. Glück ist nicht Ende von Schmerz oder unerträglichem Leben.
Gerhard, die Toten sind zu beneiden, sie haben es hinter sich....^^
Experten unter sich, einfach selbst ausprobieren und in DSS berichten.

Gruss Peter
Gerhard Tenner
2013-11-21 21:54:14 UTC
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Post by Peter Eggebrecht
[...]
Post by Theodor.Hellwald
Post by Gerhard Tenner
Es ist kein Glück selbstbestimmt zu sterben, es ist Verzweiflung vor
dem, was alternativ geschieht. Und es kann als natürlich und
unabwendbar angenommen werden, selber zu sterben - aber gewiss nicht
als Glück. Glück ist nicht Ende von Schmerz oder unerträglichem Leben.
Gerhard, die Toten sind zu beneiden, sie haben es hinter sich....^^
Experten unter sich, einfach selbst ausprobieren und in DSS berichten.
Du solltest vielleicht doch mal dem Gedanken nähertreten, das zwar keine
Toten berichten können sehr wohl aber Leute, die schon mal fast tot
waren oder vor der Umsetzung von Lies großem Wunsch selber den Schalter
umlegen zu dürfen ganz praktisch standen.
Und Letztere haben gegenüber den Toten sogar noch den Vorteil abwägen zu
können. ob es wirklich so ein "Glück" gewesen wäre da geendet zu sein.
--
Gruss Gerhard

Origin: Lohnarbeit muß sich hierzulande lohnen für den, der zahlt.
Nicht Arbeit muß sich da lohnen, sondern arbeiten lassen.
Gitta Faust
2013-11-20 18:22:20 UTC
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Post by Lieselore Warmeling
Diesmal gehts darum ob man glücklich sterben kann und ich schließe
daraus, dass es dann unweigerlich auch um aktive Sterbehilfe gehen wird.
Das habe ich manchmal bei Patienten erlebt, ganz ohne Sterbehilfe.
Das "Glück" beim Sterben hatte ganz unterschiedliche Gründe und das
Alter der Patienten war auch unterschiedlich.

Es war für mich immer ganz wunderbar dabei sein zu dürfen und die
letzten "Meter" mit zu gehen.
Post by Lieselore Warmeling
Etwas das Dieter Hildebrandt ja lieber mit 86 noch durch *kämpfen bis
zum Letzten* ersetzen wollte, ungeachtet der Tatsache, dass er sich das
lieber hätte leichter machen können, vielleicht wäre es ihm dann sogar
gelungen Anfang Dezember noch seinen letzten Auftritt wie geplant
durchzustehen.
Mal sehen, welche Talkrunde Anne Will zu diesem Thema zusammen bringen
konnte.
Meine Meinung dazu ist ja bekannt.
Ich befürworte die aktive Sterbehilfe unter bestimmten Bedingungen und
bin eigentlich sicher, dass sie kommen wird
Gitta
Fritz Ehrhardt
2013-11-20 19:11:01 UTC
Permalink
Es war für mich immer ganz wunderbar dabei sein zu dürfen und die letzten
"Meter" mit zu gehen.
Das waren auch für mich unvergessliche Erlebnisse.
In meiner Erinnerung war das eigentliche Sterben erstaunlich friedvoll, auch
wenn die Person um ihren Zustand wußte ( Ausnahmen sind sicher bei
Bewußtsein verbrennen oder ersticken ). Und das Wissen - oder die
Einbildung - die letzten Minuten durch Gespräche oder Handhabungen
erleichtert zu haben, waren mir sehr wertvoll.

Fritz
Lieselore Warmeling
2013-11-21 05:06:08 UTC
Permalink
Post by Fritz Ehrhardt
Es war für mich immer ganz wunderbar dabei sein zu dürfen und die letzten
"Meter" mit zu gehen.
Das waren auch für mich unvergessliche Erlebnisse.
In meiner Erinnerung war das eigentliche Sterben erstaunlich friedvoll,
auch wenn die Person um ihren Zustand wußte ( Ausnahmen sind sicher bei
Bewußtsein verbrennen oder ersticken ). Und das Wissen - oder die
Einbildung - die letzten Minuten durch Gespräche oder Handhabungen
erleichtert zu haben, waren mir sehr wertvoll.
Ich hatte eigentlich nicht das Befinden der Sterbebegleiter gemeint, sondern
das der Sterbenden.

Lies
Fritz Ehrhardt
2013-11-21 20:48:30 UTC
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Post by Lieselore Warmeling
Ich hatte eigentlich nicht das Befinden der Sterbebegleiter gemeint,
sondern das der Sterbenden.
Falls ich als 'Begleiter' nochmals in diese Situation kommen sollte, werde
ich daran denken und laufend fragen 'wie befinden Sie sich denn zur Zeit'.
Ich berichte dann.

Fritz
Lieselore Warmeling
2013-11-21 05:02:03 UTC
Permalink
Post by Lieselore Warmeling
Diesmal gehts darum ob man glücklich sterben kann und ich schließe
daraus, dass es dann unweigerlich auch um aktive Sterbehilfe gehen wird.
Das habe ich manchmal bei Patienten erlebt, ganz ohne Sterbehilfe.
Das "Glück" beim Sterben hatte ganz unterschiedliche Gründe und das
Alter der Patienten war auch unterschiedlich.

Es war für mich immer ganz wunderbar dabei sein zu dürfen und die
letzten "Meter" mit zu gehen.

Mit *glücklich* sterben war mit großer Wahrscheinlichkeit gemeint, dass die
Todeskandidaten zu Hause sterben dürfen und zwar ohne Schläuche und
Sauerstoffmaske samt Ernährungssonde.

Lies
Gitta Faust
2013-11-21 17:57:32 UTC
Permalink
Post by Gitta Faust
Post by Lieselore Warmeling
Diesmal gehts darum ob man glücklich sterben kann und ich schließe
daraus, dass es dann unweigerlich auch um aktive Sterbehilfe gehen wird.
Das habe ich manchmal bei Patienten erlebt, ganz ohne Sterbehilfe.
Das "Glück" beim Sterben hatte ganz unterschiedliche Gründe und das
Alter der Patienten war auch unterschiedlich.
Es war für mich immer ganz wunderbar dabei sein zu dürfen und die
letzten "Meter" mit zu gehen.
Mit *glücklich* sterben war mit großer Wahrscheinlichkeit gemeint, dass
die Todeskandidaten zu Hause sterben dürfen und zwar ohne Schläuche und
Sauerstoffmaske samt Ernährungssonde.
Nicht nur, aber das hier einzeln 'aufzudröseln' ginge zu weit.

Gitta
Karl-Heinz Rademacher
2013-11-21 18:38:28 UTC
Permalink
Post by Lieselore Warmeling
Mit *glücklich* sterben war mit großer Wahrscheinlichkeit gemeint, dass die
Todeskandidaten zu Hause sterben dürfen und zwar ohne Schläuche und
Sauerstoffmaske samt Ernährungssonde.
Offen gesagt mit dem Begriff "glücklich" kann ich in diesem Zusammenhang
überhaupt nichts anfangen.

Sicher kann ich mir vorstellen, dass es im gewissen Maße eine Art von
Beruhigung für den Menschen darstellen könnte, dass, wenn er / sie weiß,
dass sein / ihr Ableben ohne größere negative Umstände ablaufen würde.
Aber auch das hat aus meiner subjektiven Sicht wohl kaum etwas mit einem
wie immer umschriebenen Glücksgefühl zu tun...-leider.


Mit freundlichen Grüssen
Karl-Heinz Rademacher
--
Das 40tude Dialog Skript-Archiv: http://kh-rademacher.de/4d
Raady's Thunderbird-News-Reader: http://kh-rademacher.de/tb/index.html
Die Face-Seiten fuer die News - Reader: http://kh-rademacher.de/face
Die 40tude Dialog-FAQ: http://www.wolfgang-bauer.at/4td_faq/
Lieselore Warmeling
2013-11-21 19:05:27 UTC
Permalink
Post by Karl-Heinz Rademacher
Post by Lieselore Warmeling
Mit *glücklich* sterben war mit großer Wahrscheinlichkeit gemeint, dass die
Todeskandidaten zu Hause sterben dürfen und zwar ohne Schläuche und
Sauerstoffmaske samt Ernährungssonde.
Offen gesagt mit dem Begriff "glücklich" kann ich in diesem Zusammenhang
überhaupt nichts anfangen.
Sicher kann ich mir vorstellen, dass es im gewissen Maße eine Art von
Beruhigung für den Menschen darstellen könnte, dass, wenn er / sie weiß,
dass sein / ihr Ableben ohne größere negative Umstände ablaufen würde.
Aber auch das hat aus meiner subjektiven Sicht wohl kaum etwas mit einem
wie immer umschriebenen Glücksgefühl zu tun...-leider.
Ich dagegen kann es mir sehr gut vorstellen, hier und heute genau zu wissen,
dass ich das Glück haben würde, dann gehen zu dürfen, wenn ich den
Startschuss gebe und das ohne all die schlimmen Begleitumstände der letzten
Stunden.

Lies
Karl-Heinz Rademacher
2013-11-22 11:48:16 UTC
Permalink
Post by Lieselore Warmeling
Post by Karl-Heinz Rademacher
Aber auch das hat aus meiner subjektiven Sicht wohl kaum etwas mit einem
wie immer umschriebenen Glücksgefühl zu tun...-leider.
Ich dagegen kann es mir sehr gut vorstellen, hier und heute genau zu wissen,
dass ich das Glück haben würde, dann gehen zu dürfen, wenn ich den
Startschuss gebe und das ohne all die schlimmen Begleitumstände der letzten
Stunden.
Natürlich Lies, menschlich gesehen, kann ich diesen Wunsch vollkommen
nachvollziehen. Nur hat die Natur diese Möglichkeit aus gutem Grund so
nicht vorgesehen. Also ich mag mir nicht vorstellen wollen, wenn der
Mensch in Laufe seiner Entwicklung so ausgestattet wäre, dass er / sie
ganz individuell seinen biologischen Schalter je nach Gemütslage der
eigenen Befindlichkeit so einfach von Leben nach Tot "umschalten" könnte.




Mit freundlichen Grüssen
Karl-Heinz Rademacher
--
Das 40tude Dialog Skript-Archiv: http://kh-rademacher.de/4d
Raady's Thunderbird-News-Reader: http://kh-rademacher.de/tb/index.html
Die Face-Seiten fuer die News - Reader: http://kh-rademacher.de/face
Die 40tude Dialog-FAQ: http://www.wolfgang-bauer.at/4td_faq/
Peter Eggebrecht
2013-11-22 12:01:00 UTC
Permalink
Karl-Heinz Rademacher (kh.rademacher) schrieb:

[...]
Post by Karl-Heinz Rademacher
nicht vorgesehen. Also ich mag mir nicht vorstellen wollen, wenn der
Mensch in Laufe seiner Entwicklung so ausgestattet wäre, dass er / sie
ganz individuell seinen biologischen Schalter je nach Gemütslage der
eigenen Befindlichkeit so einfach von Leben nach Tot "umschalten" könnte.
.... dann hätte die Industrie, das Dienstleistungsgewebe, das Militär, die
Politk usw. dem bereits einen Abschalter vorgeschoben.

.... irgendwer muss ja schlielich arbeiten und das sind häufig weniger die,
denen es gut geht.

Gruss Peter
Karl-Heinz Rademacher
2013-11-22 12:17:21 UTC
Permalink
Post by Peter Eggebrecht
[...]
Post by Karl-Heinz Rademacher
nicht vorgesehen. Also ich mag mir nicht vorstellen wollen, wenn der
Mensch in Laufe seiner Entwicklung so ausgestattet wäre, dass er / sie
ganz individuell seinen biologischen Schalter je nach Gemütslage der
eigenen Befindlichkeit so einfach von Leben nach Tot "umschalten" könnte.
.... dann hätte die Industrie, das Dienstleistungsgewebe, das Militär, die
Politk usw. dem bereits einen Abschalter vorgeschoben.
.... irgendwer muss ja schlielich arbeiten und das sind häufig weniger die,
denen es gut geht.
Wie gut das, dass auch nur, wenn auch holperig, ein theoretischer
Gedankengang war. :)



Mit freundlichen Grüssen
Karl-Heinz Rademacher
--
Das 40tude Dialog Skript-Archiv: http://kh-rademacher.de/4d
Raady's Thunderbird-News-Reader: http://kh-rademacher.de/tb/index.html
Die Face-Seiten fuer die News - Reader: http://kh-rademacher.de/face
Die 40tude Dialog-FAQ: http://www.wolfgang-bauer.at/4td_faq/
Bärbel Nolden
2013-11-22 12:37:41 UTC
Permalink
Post by Karl-Heinz Rademacher
Post by Lieselore Warmeling
Post by Karl-Heinz Rademacher
Aber auch das hat aus meiner subjektiven Sicht wohl kaum etwas mit einem
wie immer umschriebenen Glücksgefühl zu tun...-leider.
Ich dagegen kann es mir sehr gut vorstellen, hier und heute genau zu wissen,
dass ich das Glück haben würde, dann gehen zu dürfen, wenn ich den
Startschuss gebe und das ohne all die schlimmen Begleitumstände der letzten
Stunden.
Natürlich Lies, menschlich gesehen, kann ich diesen Wunsch vollkommen
nachvollziehen. Nur hat die Natur diese Möglichkeit aus gutem Grund so
nicht vorgesehen. Also ich mag mir nicht vorstellen wollen, wenn der
Mensch in Laufe seiner Entwicklung so ausgestattet wäre, dass er / sie
ganz individuell seinen biologischen Schalter je nach Gemütslage der
eigenen Befindlichkeit so einfach von Leben nach Tot "umschalten" könnte.
Der Opa eines Freundes von mir:
Er war 86 Jahre alt und bis auf eine zu dem Zeitpunkt 6 Jahre zurückliegende
Prostata-Operation gesund. Den Tod seiner Frau 4 Jahre zuvor hatte er zwar
nicht wirklich verschmerzt, er hatte aber seit 1 1/2 Jahren wieder eine
Freundin. Er war mobil und fuhr regelmäßig quer durch die Republik, um seine
beiden Söhne und lieber noch die Enkel zu besuchen, und gerne besuchte er
mit seiner Freundin Städte, die er noch nicht gesehen hatte.
Dann lud er eines Tages einige seiner Enkel zu sich nach Hanau ein und
eröffnete ihnen: "Nu hab ich keine Lust mehr. Mein Leben war schön und
manchmal auch schrecklich, aber meistens schön."
Am nächsten Tag trennte er sich von der Freundin, legte er sich ins Bett,
und 5 Tage später starb er.
Uns kam es so vor, als habe er seinen "biologischen Schalter" umgelegt.
Und uns kam es so vor, als sei er glücklich gestorben.

Bärbel
Gerhard Tenner
2013-11-22 13:33:10 UTC
Permalink
Post by Bärbel Nolden
eröffnete ihnen: "Nu hab ich keine Lust mehr. Mein Leben war schön und
manchmal auch schrecklich, aber meistens schön."
Am nächsten Tag trennte er sich von der Freundin, legte er sich ins Bett,
und 5 Tage später starb er.
Uns kam es so vor, als habe er seinen "biologischen Schalter" umgelegt.
Und uns kam es so vor, als sei er glücklich gestorben.
Sowas passiert.
Freilich passiert es sehr viel öfter, das es nicht so klappt und weiter
gelebt wird. "Das erleb ich eh nicht mehr" war Standardspruch meiner
Mutter in ihren letzten 20 Lebensjahren.Nur erzählt man das halt nicht
weiter, ein Eintreffen aber schon.

Davon lebt die Gilde der Wahrsager.
--
Gruss Gerhard

Origin: Lohnarbeit muß sich hierzulande lohnen für den, der zahlt.
Nicht Arbeit muß sich da lohnen, sondern arbeiten lassen.
Bärbel Nolden
2013-11-23 12:31:39 UTC
Permalink
Post by Gerhard Tenner
Post by Bärbel Nolden
eröffnete ihnen: "Nu hab ich keine Lust mehr. Mein Leben war schön und
manchmal auch schrecklich, aber meistens schön."
Am nächsten Tag trennte er sich von der Freundin, legte er sich ins Bett,
und 5 Tage später starb er.
Uns kam es so vor, als habe er seinen "biologischen Schalter" umgelegt.
Und uns kam es so vor, als sei er glücklich gestorben.
Sowas passiert.
Freilich passiert es sehr viel öfter, das es nicht so klappt und weiter
gelebt wird. "Das erleb ich eh nicht mehr" war Standardspruch meiner
Mutter in ihren letzten 20 Lebensjahren.Nur erzählt man das halt nicht
weiter, ein Eintreffen aber schon.
Sicherlich.
Für mich war die Geschichte mit Opa Heinrich ein tiefes Erlebnis, an das
immer mich immer erinnere, wenn ich mich mit dem Tod beschäftige.

Meine Mutter - sie wird im Januar 92 - meinte neulich, sie wolle nicht älter
als 95 werden.
Warum nicht? Weil sie merke, dass sie nicht mehr so munter rumlaufen könne,
wie noch vor paar Jahren. Sie ist (mit ihrem Rollator) jeden Tag ein bis
zwei Stunden im Park unterwegs, das sei ihre allerliebste Beschäftigung.
Absehbar leider, dass die Kräfte schwinden.
Bis vor 85 ist sie noch ein Mal pro Woche tanzen gegangen, da hatte sie sich
nicht vorstellen wollen, wo sie ihren Spaß am Leben herholen könne, wenn sie
das nicht mehr kann. Plan B war dann der tägliche Spaziergang.
Wenn ich sie daran erinnere, grinst sie: es wäre schon komisch, wie sehr man
seine Ansprüche runterkochen könne ...

Ich denke, viel hängt damit zusammen, wieviel Freude man (noch) am Leben für
sich findet - eben entsprechend der verbleibenden Kräfte und Fähigkeiten.

Bärbel
Gerhard Tenner
2013-11-23 16:56:45 UTC
Permalink
Post by Bärbel Nolden
Meine Mutter - sie wird im Januar 92 - meinte neulich, sie wolle nicht älter
als 95 werden.
Warum nicht? Weil sie merke, dass sie nicht mehr so munter rumlaufen könne,
wie noch vor paar Jahren. Sie ist (mit ihrem Rollator) jeden Tag ein bis
zwei Stunden im Park unterwegs, das sei ihre allerliebste Beschäftigung.
Absehbar leider, dass die Kräfte schwinden.
Bis vor 85 ist sie noch ein Mal pro Woche tanzen gegangen, da hatte sie sich
nicht vorstellen wollen, wo sie ihren Spaß am Leben herholen könne, wenn sie
das nicht mehr kann. Plan B war dann der tägliche Spaziergang.
Wenn ich sie daran erinnere, grinst sie: es wäre schon komisch, wie sehr man
seine Ansprüche runterkochen könne ...
Damit sprichst Du das zentrale Problem aller vorsorglichen
Festlegungen an. Was heute unerträglich deucht ist morgen womöglich
"Wohllebe" obwohl dennoch schlechter als heute.
Ich hab schon mal erwähnt das die Schwägerin meiner Großen
Querschittsgelähmte physiotherapeutisch betreut hat. Es ist unsereinem
unbegreiflich aus was allen die Lebensfreude schöpfen. Aber auch da
nicht jeder.
Post by Bärbel Nolden
Ich denke, viel hängt damit zusammen, wieviel Freude man (noch) am Leben für
sich findet - eben entsprechend der verbleibenden Kräfte und Fähigkeiten.
Ja, und es ist von Vorteil wenn man da gelernt hat sich einzurichten mit
Umständen. Dazu war die Generation vor uns wohl noch mehr gezwungen. Wir
könnten uns zB nicht unterhalten wenn damals gleiche Maß angelegt worden
wäre ob man sich auf ein Kind einläßt wie heute.
--
Gruss Gerhard

Origin: Lohnarbeit muß sich hierzulande lohnen für den, der zahlt.
Nicht Arbeit muß sich da lohnen, sondern arbeiten lassen.
Wolfgang Symmank
2013-11-23 18:21:36 UTC
Permalink
Moin moin
nur eine kurze Frage
Post by Bärbel Nolden
Bis vor 85 ist sie noch ein Mal pro Woche tanzen gegangen, da hatte
sie sich nicht vorstellen wollen, wo sie ihren Spaß am Leben herholen
könne, wenn sie das nicht mehr kann. Plan B war dann der tägliche
Spaziergang.
Du schriebst oben *pro Woche einmal tanzen gegangen* mit 85!!
Erst einmal Respekt. Zum Zweiten aber . nuja nunee, wills nicht Neid
nennen, aber
*wo um Himmels willen gibst hier noch normalen Tanz für Ältere* ?

Wir sind seit Jahrzehnten nicht tanzen gegangen. Nicht, weil wir keine
Lust hätten, sondern weil nichts angeboten wird!! Also nicht etwa ein
Tanzclub, Turniertanz oder so- sondern ganz normal Tango, Walzer ,
Foxtrott etc.

Ich wüßte nicht, wo in Dresden- oder näherer Umgebung und mit
öffentl.Nahverkehrsmittel zu erreichen- noch (Senioren-) tanz angeboten
würde. Das Maximum, was man so hört/liest ist eine Ü40-Party :(

Früher, also ganz früher in Dresden zu DDR-Zeiten in den 60er, 70er
Jahren spielte die Tanzkapelle Hans Knoderer entweder im Kurhaus Bühlau
oder auf den Elbdampfern.Ja, das warn noch Zeiten.-

Wer da bezüglich Tanzmöglichkeiten für Seniores Hinweise hätte?

Ciao
olle Wolle
Post by Bärbel Nolden
Ich denke, viel hängt damit zusammen, wieviel Freude man (noch) am
Leben für sich findet - eben entsprechend der verbleibenden Kräfte
und Fähigkeiten.
Das ist wohl wahr, aber nicht nur Kräfte, Fähigkeiten- auch
Möglichkeiten dazu.

Ciao
olle Wolle
--
Nu guggemadah - alles klar?
gUnther nanonüm
2013-11-23 18:58:48 UTC
Permalink
Post by Wolfgang Symmank
Wir sind seit Jahrzehnten nicht tanzen gegangen. Nicht, weil wir keine
Lust hätten, sondern weil nichts angeboten wird!! Also nicht etwa ein
Tanzclub, Turniertanz oder so- sondern ganz normal Tango, Walzer ,
Foxtrott etc.
Ich wüßte nicht, wo in Dresden- oder näherer Umgebung und mit
öffentl.Nahverkehrsmittel zu erreichen- noch (Senioren-) tanz angeboten
würde. Das Maximum, was man so hört/liest ist eine Ü40-Party :(
Früher, also ganz früher in Dresden zu DDR-Zeiten in den 60er, 70er
Jahren spielte die Tanzkapelle Hans Knoderer entweder im Kurhaus Bühlau
oder auf den Elbdampfern.Ja, das warn noch Zeiten.-
Wer da bezüglich Tanzmöglichkeiten für Seniores Hinweise hätte?
Hi,
selbst organisieren. Wohnzimmer freiräumen, Parkett wachsen und mit den
Nachbarn einen flotten Breakdance hinlegen...ne antike CD mit etwas Techno
wird sich bestimmt finden.
;-)
--
mfg,
gUnther
Matthias Kohrs
2013-11-23 22:20:37 UTC
Permalink
Post by Wolfgang Symmank
Wir sind seit Jahrzehnten nicht tanzen gegangen. Nicht, weil wir keine
Lust hätten, sondern weil nichts angeboten wird!! Also nicht etwa ein
Tanzclub, Turniertanz oder so- sondern ganz normal Tango, Walzer ,
Foxtrott etc.
http://www.tanztee-dresden.de/
Post by Wolfgang Symmank
Ich wüßte nicht, wo in Dresden- oder näherer Umgebung und mit
öffentl.Nahverkehrsmittel zu erreichen- noch (Senioren-) tanz angeboten
würde. Das Maximum, was man so hört/liest ist eine Ü40-Party :(
Na, da biste doch auch qualifiziert!

CYA! Matthias
Gerhard Tenner
2013-11-23 23:59:29 UTC
Permalink
Post by Wolfgang Symmank
Du schriebst oben *pro Woche einmal tanzen gegangen* mit 85!!
Erst einmal Respekt. Zum Zweiten aber . nuja nunee, wills nicht Neid
nennen, aber
*wo um Himmels willen gibst hier noch normalen Tanz für Ältere* ?
Wir sind seit Jahrzehnten nicht tanzen gegangen. Nicht, weil wir keine
Lust hätten, sondern weil nichts angeboten wird!! Also nicht etwa ein
Tanzclub, Turniertanz oder so- sondern ganz normal Tango, Walzer ,
Foxtrott etc.
Das liegt aber an Dir und nicht am Angebot. Da ich Deine Fitness ein
wenig kenne ist aber fraglich ob das wirklich noch ratbar ist - in
Deiner Gegend wäre an der Wendeschleife der Straßenbahn ein Cafe das ich
glaube -sonntag nachmittag Tanz für reifere veranstaltet. Aber jede
Sozialsatation sollte da Auskunft geben können. Die veranstalten nicht
nur Kartenspielnachmittage sonder auch Tanz, wenn nicht selber sollten
sie wissen wer es macht.

Oder google nach seniorentanz dresden- da kommen aber eher Kursangebote.
Noch AWO oder irgendeinen anderen Sozialen Träger anfügen dann kommen
die als Gelegenheit.
--
Gruss Gerhard

Origin: Lohnarbeit muß sich hierzulande lohnen für den, der zahlt.
Nicht Arbeit muß sich da lohnen, sondern arbeiten lassen.
Bärbel Nolden
2013-11-24 09:44:04 UTC
Permalink
Post by Wolfgang Symmank
Du schriebst oben *pro Woche einmal tanzen gegangen* mit 85!!
Erst einmal Respekt. Zum Zweiten aber . nuja nunee, wills nicht Neid
nennen, aber
*wo um Himmels willen gibst hier noch normalen Tanz für Ältere* ?
Wir sind seit Jahrzehnten nicht tanzen gegangen. Nicht, weil wir keine
Lust hätten, sondern weil nichts angeboten wird!! Also nicht etwa ein
Tanzclub, Turniertanz oder so- sondern ganz normal Tango, Walzer ,
Foxtrott etc.
Das liegt aber an Dir und nicht am Angebot. Da ich Deine Fitness ein wenig
kenne ist aber fraglich ob das wirklich noch ratbar ist - in Deiner Gegend
wäre an der Wendeschleife der Straßenbahn ein Cafe das ich glaube -sonntag
nachmittag Tanz für reifere veranstaltet.
Man muss ja nicht den ganzen Nachmittag durchtanzen. Ein, zwei Tänze, ne
kleine Pause und nur zugucken und dann weiter, wie man's kann.
Aber jede Sozialsatation sollte da Auskunft geben können. Die veranstalten
nicht nur Kartenspielnachmittage sonder auch Tanz, wenn nicht selber
sollten sie wissen wer es macht.
Oder google nach seniorentanz dresden- da kommen aber eher Kursangebote.
Noch AWO oder irgendeinen anderen Sozialen Träger anfügen dann kommen die
als Gelegenheit.
Genau.
In Köln gibt es diverse Bürgerzentren in Stadtteilen, in einigen gibt es
einmal im Monat Tanztee, meistens mit nem Alleinunterhalter. In einer großen
Seniorenanlage sogar mit kleiner Kapelle.
Mama ist da bis 80 mit ihrer Tanz-Freundin quer durch die Stadt getourt.
Die letzten 5 Jahre dann war sie in einem Tanzclub der AWO (Folkstänze in
der Gruppe).

In ner großen Stadt wie Dresden wird sich sicherlich was finden lassen.

Bärbel
Gerhard Tenner
2013-11-24 11:17:55 UTC
Permalink
Post by Bärbel Nolden
Post by Wolfgang Symmank
Wir sind seit Jahrzehnten nicht tanzen gegangen. Nicht, weil wir keine
Lust hätten, sondern weil nichts angeboten wird!! Also nicht etwa ein
Tanzclub, Turniertanz oder so- sondern ganz normal Tango, Walzer ,
Foxtrott etc.
Das liegt aber an Dir und nicht am Angebot. Da ich Deine Fitness ein wenig
kenne ist aber fraglich ob das wirklich noch ratbar ist - in Deiner Gegend
wäre an der Wendeschleife der Straßenbahn ein Cafe das ich glaube -sonntag
nachmittag Tanz für reifere veranstaltet.
Man muss ja nicht den ganzen Nachmittag durchtanzen. Ein, zwei Tänze, ne
kleine Pause und nur zugucken und dann weiter, wie man's kann.
Das Problem ist anders, bei solchen Veranstaltungen sind oft sehr viele
auf der Tanzfläche und man muß ein versehentliches Rempeln gut
ausgleichen können. Gesellschaftstanz ist recht gut nachgefragt und da
die Musik nach qm an die GEMA gelöhnt wird rechnet sichs besser wenn
dicht gepackt.
Da ist dann eigentlich ein Seniorentanzkurs besser, aber halt teurer.
Über Grund- und Aufbaukurs und die deversen Stufen die dan noch kommen
geht das auch weit über ein Jahr und zuweilen gehts dann per Club weiter.
Post by Bärbel Nolden
Aber jede Sozialsatation sollte da Auskunft geben können. Die veranstalten
nicht nur Kartenspielnachmittage sonder auch Tanz, wenn nicht selber
sollten sie wissen wer es macht.
Oder google nach seniorentanz dresden- da kommen aber eher Kursangebote.
Noch AWO oder irgendeinen anderen Sozialen Träger anfügen dann kommen die
als Gelegenheit.
Genau.
Kostet nur die Überwindung sich in "diese Kreise" einzuordnen. Da mein
Vater schon mit Mitte 60 starb war Mutter dann als Rentner gern in
solchen Veranstaltungen denn die Kinder waren weit weg und selten mal zu
Besuch. Handarbeit, Kartenspielen, Tanzen.
Post by Bärbel Nolden
In Köln gibt es diverse Bürgerzentren in Stadtteilen, in einigen gibt es
einmal im Monat Tanztee, meistens mit nem Alleinunterhalter. In einer großen
Seniorenanlage sogar mit kleiner Kapelle.
Ja, beides kommt bei Senioren besser an als ein stummer DJ.
Post by Bärbel Nolden
Mama ist da bis 80 mit ihrer Tanz-Freundin quer durch die Stadt getourt.
Die letzten 5 Jahre dann war sie in einem Tanzclub der AWO (Folkstänze in
der Gruppe).
Bei mir iswt SAense seit dem Oberschenkelhalsbruch. Laufen geht wieder,
Tanz nicht.
Post by Bärbel Nolden
In ner großen Stadt wie Dresden wird sich sicherlich was finden lassen.
Es kostet halt Überwindung sich zu so ner Gruppe zugehörig zu fühlen,
vor allem wenn man als Ehepaar sonst alles für sich regeln kann.
--
Gruss Gerhard

Origin: Lohnarbeit muß sich hierzulande lohnen für den, der zahlt.
Nicht Arbeit muß sich da lohnen, sondern arbeiten lassen.
Karl-Heinz Rademacher
2013-11-22 14:14:28 UTC
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Post by Bärbel Nolden
Uns kam es so vor, als habe er seinen "biologischen Schalter" umgelegt.
Und uns kam es so vor, als sei er glücklich gestorben.
Ja so wie Du es geschildert hast, kann man durchaus zu diesem Schluss
kommen. Wobei ich auch nicht in Abrede stellen möchte, dass es durchaus
Menschen mit einer individuellen Beziehung zu ihrer inneren Uhr gegeben
hat und auch immer noch gibt.

Ich meine, wir alle kennen doch dieses seltsame und plötzlich
auftretende Gefühl, dass irgendetwas nicht stimmt und das ohne jeglichen
Bezug was es denn überhaupt sein könnte.

Tja und dann stellt sich beispielsweise heraus, dass ein naher Bekannter
nur sehr knapp einen Unfall entgangen ist.

Nun ja aber vielleicht ist das auch schon wieder etwas ganz
anderes...-wer weiß das schon?

Mit freundlichen Grüssen
Karl-Heinz Rademacher
--
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Bärbel Nolden
2013-11-23 12:41:08 UTC
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Post by Karl-Heinz Rademacher
Post by Bärbel Nolden
Uns kam es so vor, als habe er seinen "biologischen Schalter" umgelegt.
Und uns kam es so vor, als sei er glücklich gestorben.
Ja so wie Du es geschildert hast, kann man durchaus zu diesem Schluss
kommen. Wobei ich auch nicht in Abrede stellen möchte, dass es durchaus
Menschen mit einer individuellen Beziehung zu ihrer inneren Uhr gegeben
hat und auch immer noch gibt.
Ich meine, wir alle kennen doch dieses seltsame und plötzlich
auftretende Gefühl, dass irgendetwas nicht stimmt und das ohne jeglichen
Bezug was es denn überhaupt sein könnte.
Tja und dann stellt sich beispielsweise heraus, dass ein naher Bekannter
nur sehr knapp einen Unfall entgangen ist.
Nun ja aber vielleicht ist das auch schon wieder etwas ganz
anderes...-wer weiß das schon?
Das Gespür für ein Ereignis - eben auch aus der Ferne - kann man vielleicht
nicht rational erklären, ich glaube aber, dass es so etwas gibt.
Und auch, dass es jemandem hilft, wenn man fest an ihn denkt, etwa in einer
heiklen oder wichtigen Situation (Prüfung z.B. oder Krankheit).

Bärbel
Karl-Heinz Rademacher
2013-11-23 12:59:04 UTC
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Post by Bärbel Nolden
Post by Karl-Heinz Rademacher
Nun ja aber vielleicht ist das auch schon wieder etwas ganz
anderes...-wer weiß das schon?
Das Gespür für ein Ereignis - eben auch aus der Ferne - kann man vielleicht
nicht rational erklären, ich glaube aber, dass es so etwas gibt.
Wobei von Tieren weiß man sehr wohl, dass diese oftmals schon Tage bevor
ein Vulkanausbruch passiert, das Gebiet verlassen haben.
Post by Bärbel Nolden
Und auch, dass es jemandem hilft, wenn man fest an ihn denkt, etwa in einer
heiklen oder wichtigen Situation (Prüfung z.B. oder Krankheit).
;-)

Mit freundlichen Grüssen
Karl-Heinz Rademacher
--
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Gerhard Tenner
2013-11-23 17:10:52 UTC
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Post by Karl-Heinz Rademacher
Post by Bärbel Nolden
Das Gespür für ein Ereignis - eben auch aus der Ferne - kann man vielleicht
Post by Bärbel Nolden
nicht rational erklären, ich glaube aber, dass es so etwas gibt.
Wobei von Tieren weiß man sehr wohl, dass diese oftmals schon Tage bevor
ein Vulkanausbruch passiert, das Gebiet verlassen haben.
Wird immer neu vorgebracht. Leider gibt es keinerlei Methode solch
Verhalten als Vorhersage zu nutzen - und es gibt nun wirklich
ernsthaftes Mühen da irgendwas nutzbares zu finden.

Es gibt solch Tierverhalten, aber weder vor jedem Ereignis noch nur vor
solchen Ereignissen. Bei so was stinknormalen wie Waldbrand oder
Überschwemmungen gibt es sogar oft ausgesprochen "idiotisches" Verhalten
von Wild- und Nutztieren. Weil zwar Flucht vort einer gefahr fest
instinktiv verdrahtet ist, aber halt nicht die richtige Richtung. Da
wird dann in die Falle gelaufen.
--
Gruss Gerhard

Origin: Lohnarbeit muß sich hierzulande lohnen für den, der zahlt.
Nicht Arbeit muß sich da lohnen, sondern arbeiten lassen.
Gundolf Birkel
2013-11-24 04:01:50 UTC
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Post by Gerhard Tenner
Es gibt solch Tierverhalten, aber weder vor jedem Ereignis noch nur vor
solchen Ereignissen. Bei so was stinknormalen wie Waldbrand oder
Überschwemmungen gibt es sogar oft ausgesprochen "idiotisches" Verhalten
von Wild- und Nutztieren. Weil zwar Flucht vort einer gefahr fest
instinktiv verdrahtet ist, aber halt nicht die richtige Richtung. Da
wird dann in die Falle gelaufen.
Dieses Verhalten ist unter Menschen ja ebenfalls weit verbreitet!
Bekannt als "Katastrophentourismus". Scheint also ein archaischer
Trieb zu sein. (gehört aber nicht hierher, ich weiß) G.
Gerhard Tenner
2013-11-23 17:04:37 UTC
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Post by Bärbel Nolden
Das Gespür für ein Ereignis - eben auch aus der Ferne - kann man vielleicht
nicht rational erklären, ich glaube aber, dass es so etwas gibt.
Und auch, dass es jemandem hilft, wenn man fest an ihn denkt, etwa in einer
heiklen oder wichtigen Situation (Prüfung z.B. oder Krankheit).
Ich glaube das nicht. Und trotz hoher ausgesetzter Belohnungen hat auch
noch niemand nachprüfbar vorgeführt, das es ginge.
Wir sind psychisch so gebaut, das wir für alles eine Erklärung finden
MÜSSEN - sie darf absurd und an den Haaren herbeigezogen sein wie Donars
Hammer für den Donner, aber sie darf nicht nicht sein.

Und auch Leute die sagen sie hätten zB bei jemand gespürt das der
gestorben sei müssen vor sich zugeben, das sie bei anderen womöglich
ihne4n noch näheren nicht gespürt haben und das sie das Gefühl auch
immer mal haben und dann nichts war.

Aber der Drang noch solchen Erklärungen ist groß und jede dafür
sprechende Sache wird gern aufgenommen. Es mag ja sein das der eine oder
andere `Überlebende einer Naturkatastrophe oder in ein abstürzendes
Flugzeug nicht eingestiegene ein inneres Signal meint bekommen zu haben.
Warum haben die Opfer nichts gemerkt das sie warnte? Nicht mal damals
bei dem Weihnachts-Tsunami, als ein aufsuchen eines paar Meter höheren
Geländepunktes schon die rettung gewesen wäre?
--
Gruss Gerhard

Origin: Lohnarbeit muß sich hierzulande lohnen für den, der zahlt.
Nicht Arbeit muß sich da lohnen, sondern arbeiten lassen.
Bärbel Nolden
2013-11-24 09:53:06 UTC
Permalink
Post by Gerhard Tenner
Post by Bärbel Nolden
Das Gespür für ein Ereignis - eben auch aus der Ferne - kann man vielleicht
nicht rational erklären, ich glaube aber, dass es so etwas gibt.
Und auch, dass es jemandem hilft, wenn man fest an ihn denkt, etwa in einer
heiklen oder wichtigen Situation (Prüfung z.B. oder Krankheit).
Ich glaube das nicht. Und trotz hoher ausgesetzter Belohnungen hat auch
noch niemand nachprüfbar vorgeführt, das es ginge.
Wahrscheinlich isses eben einfach nur der Glaube:
Wenn ich weiß, da ist jemand, der an mich denkt in einer bestimmten
Situation, kann mir das zusätzliche Kraft geben.
Immerhin.
Post by Gerhard Tenner
Wir sind psychisch so gebaut, das wir für alles eine Erklärung finden
MÜSSEN - sie darf absurd und an den Haaren herbeigezogen sein wie Donars
Hammer für den Donner, aber sie darf nicht nicht sein.
Und auch Leute die sagen sie hätten zB bei jemand gespürt das der
gestorben sei müssen vor sich zugeben, das sie bei anderen womöglich
ihne4n noch näheren nicht gespürt haben und das sie das Gefühl auch immer
mal haben und dann nichts war.
Aber der Drang noch solchen Erklärungen ist groß und jede dafür sprechende
Sache wird gern aufgenommen. Es mag ja sein das der eine oder andere
`Überlebende einer Naturkatastrophe oder in ein abstürzendes Flugzeug
nicht eingestiegene ein inneres Signal meint bekommen zu haben.
Man will sich halt nicht mit der Brutalität dessen, was man "Zufall" nennt,
abfinden.

Bärbel
Juergen Barsuhn
2013-11-21 20:53:36 UTC
Permalink
Post by Karl-Heinz Rademacher
Post by Lieselore Warmeling
Mit *glücklich* sterben war mit großer Wahrscheinlichkeit gemeint, dass die
Todeskandidaten zu Hause sterben dürfen und zwar ohne Schläuche und
Sauerstoffmaske samt Ernährungssonde.
Offen gesagt mit dem Begriff "glücklich" kann ich in diesem Zusammenhang
überhaupt nichts anfangen.
Sicher kann ich mir vorstellen, dass es im gewissen Maße eine Art von
Beruhigung für den Menschen darstellen könnte, dass, wenn er / sie weiß,
dass sein / ihr Ableben ohne größere negative Umstände ablaufen würde.
Aber auch das hat aus meiner subjektiven Sicht wohl kaum etwas mit einem
wie immer umschriebenen Glücksgefühl zu tun...-leider.
Da stimme ich dir zu. Es scheint, dass man das gewichtige Thema
Sterbehilfe unbedingt unter das Leitthema Glück pressen wollte.
Ansonsten war es die beste Sendung zum Thema, die ich bisher im TV
gesehen habe. Dank Tillmann Jens, dank jener Frau, die ihre todkranke
Mutter zu Hause pflegte, um ihr die Magensonde zu ersparen. Nur unser
Herr Hüppe, der sich eigentlich um die Inklusion behinderter Menschen
Gedanken machen soll, meinte, in Belgien auf die Pirsch nach Missbrauch
dortiger Sterbehilferegelungen gehen zu sollen. Über solche moralischen
Belehrungen aus Deutschland wird man sich dort sicher freuen.

Gruß
Jürgen
Gerhard Tenner
2013-11-21 21:47:16 UTC
Permalink
Post by Karl-Heinz Rademacher
Post by Lieselore Warmeling
Mit *glücklich* sterben war mit großer Wahrscheinlichkeit gemeint, dass die
Todeskandidaten zu Hause sterben dürfen und zwar ohne Schläuche und
Sauerstoffmaske samt Ernährungssonde.
Offen gesagt mit dem Begriff "glücklich" kann ich in diesem Zusammenhang
überhaupt nichts anfangen.
Der war ja nur der Themenwoche geschuldet. Und ich stimme Dir zu:
Unpassend.
Post by Karl-Heinz Rademacher
Sicher kann ich mir vorstellen, dass es im gewissen Maße eine Art von
Beruhigung für den Menschen darstellen könnte, dass, wenn er / sie weiß,
dass sein / ihr Ableben ohne größere negative Umstände ablaufen würde.
Nur kann das keiner wissen sondern nur bestmöglich dafür vorsorgen. Und
viele haben zB Angst davor nach einer Narkose nicht mehr aufzuwachen und
fänden es kein Glück so sanft und schmerzlos abzutreten - das Thzema ist
einer solchen Herangehensweise nicht zugänglich.
Post by Karl-Heinz Rademacher
Aber auch das hat aus meiner subjektiven Sicht wohl kaum etwas mit einem
wie immer umschriebenen Glücksgefühl zu tun...-leider.
Glück empfinden am ehesten zuweilen noch die Hinterbliebenen, denn für
sie kann ja nach dem Ende einer mitempfundenen Quälerei ja noch Gutes
kommen.
Aber erwartungsgemäß gings in der Runde ja doch wieder vor allem um
Sterbehilfe.
--
Gruss Gerhard

Origin: Lohnarbeit muß sich hierzulande lohnen für den, der zahlt.
Nicht Arbeit muß sich da lohnen, sondern arbeiten lassen.
Peter Eggebrecht
2013-11-21 14:38:00 UTC
Permalink
Lieselore Warmeling (lieselore.warmeling) schrieb:

[...]
Post by Lieselore Warmeling
Meine Meinung dazu ist ja bekannt.
Ich befürworte die aktive Sterbehilfe unter bestimmten Bedingungen und
bin eigentlich sicher, dass sie kommen wird
... allein schon wegen der damit verbundenen Kosteneinsparung, natürlich
wird man es auf eine andere, pietätsvollerer Schiene hiefen.

Und nun spielen wir noch ein wenig Gott und freuen uns mit den Menschen die
sterben durften und wo wir der Ansicht sind, das ihnen damit viel Leid
erspart wurde.

Tröstet mich allerdings nicht so richtig über den frühen Tod meiner Frau
hinweg.....

Gruss Peter
Lieselore Warmeling
2013-11-21 18:59:42 UTC
Permalink
Post by Peter Eggebrecht
[...]
Post by Lieselore Warmeling
Meine Meinung dazu ist ja bekannt.
Ich befürworte die aktive Sterbehilfe unter bestimmten Bedingungen und
bin eigentlich sicher, dass sie kommen wird
... allein schon wegen der damit verbundenen Kosteneinsparung, natürlich
wird man es auf eine andere, pietätsvollerer Schiene hiefen.
Das klingt zwar auf den ersten Blick makaber, dürfte aber stimmen.
Post by Peter Eggebrecht
Und nun spielen wir noch ein wenig Gott und freuen uns mit den Menschen die
sterben durften und wo wir der Ansicht sind, das ihnen damit viel Leid
erspart wurde.
Tröstet mich allerdings nicht so richtig über den frühen Tod meiner Frau
hinweg.....
Sie wird das ja auch nicht gewollt haben, gehört also zu der Gruppe, die es
unerwünscht ereilt hat.

Lies
Gerhard Tenner
2013-11-21 21:57:56 UTC
Permalink
Post by Lieselore Warmeling
Post by Peter Eggebrecht
Tröstet mich allerdings nicht so richtig über den frühen Tod meiner Frau
hinweg.....
Sie wird das ja auch nicht gewollt haben, gehört also zu der Gruppe, die
es unerwünscht ereilt hat.
Jetzt hast Du Dich verrannt. Bei der Sterbehilfe gehts nicht um frühen
oder späten Tod sondern darum wie der eintritt. Hildebrand hätte sich
auch umbgringen können statt auf der Pallativstation zu sterben.
--
Gruss Gerhard

Origin: Lohnarbeit muß sich hierzulande lohnen für den, der zahlt.
Nicht Arbeit muß sich da lohnen, sondern arbeiten lassen.
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